Stefan bloggt

4. April 2009 von Stefan_Bonner

Wir sind von der Bühne ins Büro zurückgekehrt. Besonders toll war es, unsere Leser endlich mal persönlich zu treffen, ob bei einem Bierchen nach der Show oder auch beim Unterschreiben einer alten Tennissocke (in Berlin). Wie wir von Lehrern hörten, ist Generation Doof mittlerweile Schullektüre, weil es Anlass gibt, um über Bildungsschwund, Medien, Computerspielwahn und Konsumverhalten zu reden.

Während der Show gab es fürs Publikum die Gelegenheit Fragen zu stellen. Alle konnten wir leider nicht auf der Bühne beantworten. Das möchten wir online nachholen, und Fragen wie die folgenden beantworten:

Was ist ein 1,0 rotgesattelter Zwerg-Italiener?

Wie verhält man sich in peinlichen Situationen, wie zum Beispiel: man furzt beim Sex oder beim ersten Date. Zuhause muss man mal dringend kacken, und derjenige hat kein Fenster in der Toilette?

Ich hole meine Frau täglich um 18 Uhr ab. Sie ist erst 18:30 fertig. Ich soll 18 Uhr kommen, weil ich immer zu spät komme. Ich bin immer erst um 18:15 da, weil sie eh nicht fertig ist. Wer hat recht?

Die ultimative Frage der Allergiker: Warum gibt es keine Birkenpollen mit Flugangst?

Warum schreien Handybesitzer so in ihr Handy, wen sie schlechten Empfang haben? Ihr Gegenüber versteht sie so oder so nicht.

Warum ist die Sommerzeit nicht abzuschaffen, obwohl sie niemandem nützt?

Warum glaubt ein Großteil an RTL-II Rezipienten, dass sich die Staatsneuverschuldung durch Halbierung der Politiker-Gehälter maßgeblich minimieren lässt?

Welche Bedeutung hat der Fisch im Aquarium als Logo?

Was bedeutet es, wenn jemand sagt: „Das tangiert mich peripher?“

Ist es wirklich so schlimm?

Wenn ein Butterbrot, das man mit Marmelade bestreicht, immer auf die Seite mit der Marmelade fällt, und eine Katze immer auf den Füßen landet, was geschieht dann mit einer Katze, deren Rücken man mit Marmelade bestreicht?

Wie alt ist Michael Jackson?

Uns haben natürlich auch viele ernste Fragen zum Thema Generation Doof erreicht. Diese und alle, die euch noch auf der Seele brennen, wollen wir ab jetzt jede Woche in diesem Blog beantworten. Schickt uns also eure Fragen zur Verdoofung der Welt an: generation.doof[at]luebbe.de

Wer nicht fragt, bleibt doof.

Anne bloggt.

19. März 2009 von Anne_Weiss

Kennt ihr den Nummer-23-Effekt? Bestimmt. Jeder, der mit wenig Geld in einer Großstadt auf der Suche nach einer Wohnung ist, kennt den. Ihr habt auf eine Wohnungsanzeige angerufen. Plötzlich schlägt euer Herz schlägt höher: Hausnummer 23 in der Straße mit den schönen Altbauten und den netten Cafés. Da wolltest du schon immer wohnen. Du fährst hin. Du kommst dem Haus immer näher, ein Prachtbau neben dem anderen. Du bist hingerissen. Bis du vor Nummer 23 stehst. Es ist die Zahnlücke in der Straße, der untragbar hässliche Fünfzigerjahre Plattenbau.

Stefan und ich haben festgestellt, dass es den Nummer-23-Effekt auch bei Fernsehstudios gibt. Eigentlich denkt man bei Fernsehstudio automatisch an einen Glaspalast mit modernster Technik, rotem Teppich und hauseigener Afterwork-Lounge. Neulich waren Stefan und ich auf dem Weg zu einer Talksendung. In freudiger Erwartung von Schnittchen im Vorraum und Sektempfang mit dem Programmchef. Das Viertel, in dem sich der Fernsehsender befand, sah schon mal viel versprechend aus.

Ein Medienbau neben dem anderen. Spiegelverglasung, tolle Einfahrten, schicke Schlitten vor der Tür. Dann der Hof von Nummer 23: ein Bretterzaun, eine schimmelige Satellitenschüssel und eine Wellblechhütte. Uns war klar: Wir sind da. Statt Schnittchen Salzstangen. Statt Sekt lauwarmer Apfelsaft. So schmeckt der Erfolg.

Stefan bloggt

20. Februar 2009 von Stefan_Bonner

Hallo Welt. Heute kam ich ins Büro, und Anne hämmerte voller Inbrunst auf die Tastatur ein. Auf mein genuscheltes “Moin, moin” reagierte sie nicht. Macht nichts, kenn ich. Ich mir also erst mal einen Kaffee gezogen. Ich dachte mir, sie würde schon früh genug aus ihrer Hektik aufwachen. Auf uns warteten heute nämlich ein paar Telefoninterviews mit Zeitungsredaktionen.
Die erste Anruferin überfiel uns dann auch gleich mit einer Allgemeinwissensfrage: “Sie treten in Erfurt ja im Kaisersaal auf. Wissen Sie, warum der so heißt?”
Telefonpanik. Anne und ich sahen uns ratlos an.
“Kleinen Moment, wir müssen das gerade mal googlen.” Was Besseres fiel mir nicht ein. Und ich landete prompt auf der Wiki-Seite vom Kaisersaal Bamberg, ohne es zu merken. Aber ich hatte glücklicherweise eine Anne. Sie fand bei Wikipedia schnell den richtigen Fürstenclub und soufflierte mir: “Napoleon der Erste hat dort mit Zar Alex irgendeinen Wisch unterschrieben.”
Ich schickte direkt noch einen Witz hinterher, um die Situation zu entschärfen: “Ohne den Kaisersaal würden wir uns jetzt vielleicht gar nicht unterhalten.”
“Warum?”, fragte mein telefonisches Gegenüber.
“Na, da wurde doch vor über hundert Jahren das Telefon erfunden!”
Die junge Frau musste lachen.
Interviews geben hatte ich mir anders vorgestellt - eher so wie Tom Cruise: In einem Luxushotel hin und wieder ein paar Journalisten empfangen und sonst eine ruhige Kugel schieben. Der nächste Anrufer allerdings stellte sofort die nächste Fangfrage: “Was ist Ihnen denn zuletzt Doofes passiert?”
“Die Dame vor Ihnen wollte wissen, was sich im Kaisersaal zugetragen hat,” erklärte Anne treuherzig. “Das mussten wir googeln.” Sie überlegte einen Moment, dann fiel ihr ein, was sie heute Neues gelernt hatte. “Dabei kann man echt was lernen. Wussten Sie zum Beispiel, dass im Kaisersaal das Telefon erfunden wurde?” Und das meinte sie ernst, die Anne. Machts nichts, auch das kenne ich von ihr.

Anne bloggt.

14. Februar 2009 von Anne_Weiss
Hallo, Welt der Doofheit. Es ist unfassbar. Heute habe ich zum ersten Mal eine Pizza in Brand gesetzt. Und zwar mit den Mitteln modernster Chemie. Fixogum. Das ist jetzt bitte nichts zum Nachmachen. Man sollte es nur in einem Fotostudio unter der Aufsicht umsichtiger Profifotografen tun. Ausgedacht hat sich den Spaß nach einer Anregung aus unserem ersten Buch der freundliche Hausfotograf des Verlags, Olivier. Er meinte, Foxigum brennt besonders gut, und schilderte seine Versuchsreihe, in der er ausgetestet hat, welche Kleber welches Brennergebnis bringen. Die Mühe hatte sich gelohnt - die Prosciutto brannte wie Zunder. Leider rief Olivier nicht wie Bruce „Drama Baby!“, sondern „Näher ans Gesicht, sonst sieht man euch nicht!“ Der Stylistin trat der Schweiß auf die hübsche Stirn, und Stefans Augenbrauen sind jetzt weniger üppig. Aber das hatte er auch verdient - immerhin mussten wir die Szene mit der Pizza nachstellen, weil der Gute seine private Küchenpanne in „Generation Doof“ beschrieben hatte. Wer den Schaden hat…
Das Schönste an der Fotosession fand ich, wie die Stylistin vor dem Pizza-Brand immer an mir herumzupfte. Wenn ich das im Büro hätte, könnte Stefan nicht ständig auf meinen struppigen Haaren rumhacken. Und diese falschen Wimpern! Auf den Fotos sehe ich jetzt so aus, als hätte ich Augen! Stefan hingegen schoss mit Anlauf ein modisches Eigentor: Er bestand darauf, dass seine Bergisch Gladbacher Proletenlederjacke in Szene gesetzt wurde. Olivier fragte nur: „Willst du Winner oder Indianapolis?“, was Stefan im ersten Anlauf nicht verstand. Gemeint war, welcher Arm vorne sein sollte, auf dem einen stand „Winner“, auf dem anderen… nun ja, ihr habt’s sicher verstanden. Aber mal ehrlich: Ein bisschen Heidi Klum steckt auch in Stefan Bonner.